Résumé :
[début du chapitre] « Das Bibelmuseum Münster zeigt zur Dokumentation der Geschichte und Verbreitung des Textes des Neuen Testaments neben zahlreichen Drucken und Kunstwer-ken auch eine stattliche Anzahl griechischer Handschriften. Von den insgesamt ca. 5.700 bekannten Handschriftennummern befinden sich 23 im Bestand des Museums, darunter zahlreiche nahezu vollständig erhaltene Kodizes. Eine dieser Handschriften wird unter zwei Nummern geführt, da die Erstbeschreibung mit dem Text der Evangelien später wieder getilgt, d. h. abgewaschen (0233) und mit einem Lektionar überschrieben wurde (l.1684).1
In zwei dieser Handschriften des Bibelmuseums sind neben dem neutestamentlichen Text noch weitere Texte verborgen: In der Minuskelschrift 676 sind vier Blätter aus einem anderen Pergamentkodex eingebunden worden, deren Text abgewaschen und z. T. mit Illustrationen der Evangelisten übermalt worden ist. Die untere Schrift ist teilweise noch gut lesbar und bietet Passagen aus Ps.Basilius, De virginitate. In dem Lektionar GA l.1681 wurde ein ursprünglich leeres Vorsatzblatt später von anderer Hand mit der kleinen Schrift des Johannes Chrysostomus, Sermo catecheticus in pascha beschrieben2.
1 Für eine detaillierte Beschreibung der Handschriften des Bibelmuseums Münster s. Marie-Luise Lakmann, „Die griechischen Handschriften des Neuen Testaments im Bibelmuseum Münster“, in Kritische Analyse Heiliger Texte. 65 Jahre Institut für Neutestamentliche Textforschung, 60 Jahre Hermann Kunst-Stiftung, 45 Jahre Bibelmuseum. Katalog zur Ausstellung Bibelmuseum Münster Mai bis September 2024, hgg. von Holger Strutwolf, und Jan Graefe, Biblica Monasteriensia 5 (Berlin/Münster: Lit Verlag, 2024), 47–84.
2 Die Bilder der Handschriften sind zugänglich im Virtuellen Handschriftenlesesaal des Instituts für neutestamentliche Textforschung: https://ntvmr.uni-muenster.de/manuscript-workspace (GA 676 und GA l.1681). »